Gelmerhütte - 2412mSchweizer Alpen-Club, Sektion Brugg

Geografisches

 
 
Der Weg ins Gelmergebiet

Die Gelmerhütte liegt im oberen Diechter. Das Gebiet gehört zum Haslital. Dieses ist eines der zahlreichen Quertäler des Berner Oberlandes, die von der mächtigen Hauptkette des Hochgebirges ins Tiefland reichen. Zirka 30 km lang zieht es sich von der Grimsel nordwestwärts bis hinunter in die Ebene von Meiringen am Fuss des Brünig.
Meiringen liegt als Hauptort des Haslitales dort, wo sich die junge Aare nach schäumendem Lauf über harte Granitblöcke aus dem Quellgebiet durch eine enge, canyonartige Kalkschlucht zwängt und endlich die grüne Landschaft vor dem Alpenriegel erreicht. Wer ihrem Lauf ins Quellgebiet folgt, benützt heute die gut ausgebaute Passstrasse der Grimsel. Sie ist der niederste Strassenübergang an der Wasserscheide zwischen Süden und Norden (2161 m).
Das oberste Dorf im Haslital ist Guttannen. Es ist die einzige Siedlung zwischen Innertkirchen und dem Grimselpass. Wenig oberhalb der letzten Häuser rauschte noch vor 80 Jahren der Handeggfall gewaltig über eine Steilstufe von 46 m in die Tiefe. Eine eindrückliche Sehenswürdigkeit, welche zahllose Reisende in ihren Bann zog. Heute erinnert nurmehr ein klägliches Rinnsal an das ehemals so viel beachtete Naturereignis.

Von der Grimselstrasse über den Stausee zur Gelmerhütte oberhalb der Handegg öffnet sich nach Osten das Diechtertal mit dem Gelmersee. Er wird von den Gletschern gespeist, welche an der felsigen Gratschneide der Hinteren Gelmerhörner, des Tieralplistockes und des Diechterhornes herunterhängen und vom weiten Rhone- und Triftkessel getrennt sind. Der Gelmersee gehörte bis in die späten 20er-Jahre zur gleichnamigen Alp. Sie wurde von Guttannen aus jeden Sommer bestossen. Die Kraftwerke Oberhasli erstellten am jähen Absturz und Furcht erregenden Engnis zur Handegg einen Betonriegel. Das Wasser wurde gestaut. Damit versanken Alp, Flur und Alphütte. Das Wasser bettet sich heute als blaugrüner See zwischen den goldenen Granitschüssen der Vorderen Gelmerhörner und den wirren und grauen Geröllhalden am Ausläufer des Schaubhorns.
Ein guter Weg ist ca. 40 m über dem Wasserspiegel durch die steilen Felsfluchten gesprengt. Währschafte Kabel sichern an ausgesetzten Wegpartien den Durchgang.
Hinter dem See stürzt sich der Diechterbach über eine erste Steilstufe, gischtet und schäumt über riesige Blöcke und glatte Platten hinunter und nährt den Gelmersee.
Rauschen und Wallen des Wassers sind beim Aufstieg zur Hütte gut sichtbar und hörbar. Den Blick halten aber immer wieder die gleissenden Gletscher gefangen. Die Gratschneide ist fein ziseliert. Sie zeichnet die scharfe Kontur zwischen Firn- und Eisfeldern und dem blauen Himmel. Im Obern Diechter, knapp unter der Moräne, steht auf sicherer Felswarte die Gelmerhütte (2412 m).

Das Panorama

Gelmerhörner und Gelmerspitzen beeindrucken durch ihre Wucht, durch ihre Kühnheit und Erhabenheit. Scharfe Grate, exponierte Türme, enge Risse, steil aufschiessende Platten, Felszähne und Schwindel erregende Zinnen locken in gleichem Masse an. Die schroffen Felsen verlieren sich aber allmählich in den Firngipfeln des Gwächtenhornes und Diechterhornes. Bergwanderer und Bergsteiger fühlen sich gleichermassen angezogen. Sie erleben und geniessen die Urlandschaft fernab vom dröhnenden Autoverkehr auf der Grimselstrasse. Der Weg führt von der Baumgrenze bei Chüenzentennlen durch ein reiches Pflanzenschutzgebiet in die steinerne Wüste des Aaregranits, wo dem aufmerksamen Gänger Vielfalt und Schönheit der Steine nicht entgehen. In diesem Raum findet sich der Ausgleich zwischen urwüchsiger Natur und moderner Technik, hier steht die Gelmerhütte.
 
 
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